Badische Zeitung, 16.01.2021

Der Nullpunkt des badischen Oberrheins

Am Rheinufer in Friedlingen gibt es noch eine Markierung, ab der die Länge des Rheins auf badischem Territorium gemessen wurde

LandesgrenzeDer Stein „Landesgrenze 0“ gehört nicht zur Markierung der deutsch-schweizerischen Grenze,
sondern zur Längenmessung des Rheins.

Otto Imgrund

WEIL AM RHEIN (nn). Sie ist unscheinbar und war bislang ein Rätsel. Doch nun glaubt Otto Imgrund vom Weiler Schwarzwaldverein der Bedeutung einer Steintafel an der Böschung des Friedlinger Rheinufers direkt an der Schweizer Landesgrenze auf die Spur gekommen zu sein. Demnach handelt es sich, anders als bisher angenommen, nicht um einen Bestandteil der Markierung der deutsch-schweizerischen Grenze, sondern um eine wichtige Marke im Zuge der Vermessung des Rheins.
Der Verlauf der deutsch-schweizerischen Grenze ist bekanntlich von Friedlingen über den Tüllinger und die Eiserne Hand bis nach Grenzach-Wyhlen mit 218 Grenzsteinen markiert. Der Grenzstein Nr. 1 steht am Rheinufer hinter dem Glashaus, einem Überbleibsel des früheren Schetty-Areals, auf dem heute das Rheincenter steht. In wenigen Metern Entfernung von diesem Grenzstein findet man an der Böschung zum Rhein eine im Boden eingelassene Tafel mit der Inschrift „0 Landesgrenze“, was etwa in einer Dokumentation der Grenzsteine aus dem Jahr 1964 als „Landesgrenzstein Nr. 0“ interpretiert wurde.
Otto Imgrund hat sich zuletzt intensiv mit den Marken beschäftigt hat, die im 19. Jahrhundert entlang des Rheines platziert wurden, um die ab 1820 neu vermessene Landesgrenze zwischen Frankreich und dem Großherzogtum Baden zu sichern. Er hat nun eine neue Deutung vorgeschlagen, die einiges für sich hat. Demnach gehört die Tafel, die am Friedlinger Rheinufer überdauert hat, zu einer ebenfalls im 19. Jahrhundert vorgenommenen Längenvermessung des Rheins, die die „Central-Commision für die Rhein-Schiffahrt“ 1864 nach der Begradigung des Rheins durch Tulla in Amsterdam angeordnet hatte. Dabei sollte erstmals der gesamte schiffbare Fluss vermessen werden, wobei man an der Mittleren Rheinbrücke in Basel begann und die Messung bis zur Rheinmündung fortsetzte. Markiert wurde die Länge dabei mit sogenannten Myriametersteinen, also Steinen, die alle 10 000 Meter (myrias ist das altgriechische Wort für 10 000) platziert wurden.
Diese Steine waren auf allen vier Seiten beschriftet und wurden sowohl links- als auch rechtsrheinisch gesetzt. Auf der Rheinseite trugen sie die laufende Nummer und die Höhe über dem Amsterdamer Pegel, auf der Landseite waren die Entfernungen von Basel bis Rotterdam vermerkt. Auf der Tal- und Bergseite dagegen wurde die Entfernung zur Landesgrenze notiert. Und genau hierfür war der Stein „0“ der Bezugspunkt, ist sich Imgrund sicher. Denn auch auf der Hüninger Rheinseite an der Schweizer Grenze gab es bis 2012 einen solchen „0“-Stein, der dann aber für die Neugestaltung des Rheinufers bei Novartis entfernt wurde, wie das Basler Grundbuch- und Vermessungsamt Imgrund bestätigt hat.
Von den Myriametersteinen sind noch etwa 70 erhalten, darunter der Stein Nr. 2 auf deutscher Seite auf dem Autobahnparkplatz bei Rheinweiler. Bezogen auf den „0“-Stein in Friedlingen war er demnach 1,652 Myriameter oder 16,52 Kilometer von der Schweizer Landesgrenze entfernt.

Dieser Beitrag wurde an die Weiler und an die Badische Zeitung gegeben, aber leider nicht veröffentlicht:

gestohlene Bank


 

Badische Zeitung, 16.01.2021

Holzbank am Huttinger Kreuz gestohlen

EFRINGEN-KIRCHEN
(BZ). Am Aussichtspunkt Huttinger Kreuz in Efringen-Kirchen ist eine massive Holzsitzbank gestohlen worden, wie die Polizei berichtet. Die Tat geschah im Zeitraum zwischen Mittwoch und Donnerstag, 3. und 4. März. Die Bank stand im Eigentum eines Vereins und war mit einer beschriebenen Messingplatte versehen. Um sachdienliche Hinweise bittet der Polizeiposten Markgräflerland, Telefon 07626/977800.
 

Weiler Zeitung vom 19. Juni 2021

Start in das Wanderjahr

Die Werktagswanderer des Schwarzwaldvereins Weil am Rhein sind am Donnerstag in das Wanderjahr 2021 gestartet. Bei den Werktagswanderern handelt es sich um Senioren, die sich donnerstags zu Wanderungen treffen. Nach der langen Zeit der Spaziergänge und Wanderungen mit höchstens einer Person waren die Teilnehmer sehr froh, sich endlich wieder in einer größeren Gruppe zu treffen und sich über die Erlebnisse der letzten Monate auszutauschen. "Das schöne Wetter, die immer wieder imposante Wolfsschlucht und die gemeinsame Einkehr führten zu einem gelungenen Wandertag." Interessierte können sich unter SWV-Weil-am-Rhein.de informieren. Anmeldungen erfolgen nur bei den Wanderführern.

 

20210617 Wolfsschlucht Start 750
Neustart: Die Wandergruppe durch die Wolfsschlucht  -  Foto: Yvonne Speer - Text: Roland Christ

L'ALSACE, 10.02.2021: (Diaporama) De Bâle à Chalampé

L'ALSACE, 10.02.2021 Deux periodes Top 1
De Bale à Chalampé 1aDe Bale à Chalampé 2De Bale à Chalampé 3


L`ALSACE, 10.02.2021

Deux periodes Top 1Deux periodes 1 neu

Deux periodes 2

Marken sicherten die Rheingrenze

Badische Zeitung, 03.11.2020


BZ 3.11.2020 Seite 23

Von Stein zu Stein der Grenze entlang

Badische Zeitung, 18.09.2020

Von Stein zu Stein der Grenze entlang
Otto Imgrund vom Weiler Schwarzwaldverein kreiert GPS-Touren / Die neuste führt zu den Rheinmarken aus dem 19. Jahrhundert

Von Hannes Lauber

Von Stein zu Stein

Da ist alles drauf: Otto Imgrund mit seiner Radtour in der Schwarzwald-App

Foto: Lauber

WEIL AM RHEIN. Das Bett des Rheins war nicht von jeher so unveränderlich wie heute. Der Strom änderte vielmehr immer wieder seinen Lauf. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Grenze zwischen dem Elsass und Baden deshalb 23 Jahre lang vermessen und mit mächtigen Steinen genau festgelegt. Obwohl durch neue Regelungen längst überholt, sind die Spuren dieser Vermessung noch immer vorhanden. Otto Imgrund vom Weiler Schwarzwaldverein hat nun eine Radtour zusammengestellt, bei der man die alten Zeugen besuchen kann.

Wie die alten Steineihre Plätze fanden
Nach der französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen wurde im Pariser Frieden eine Berichtigung der Rheingrenze zwischen Frankreich und dem Großherzogtum Baden vorgesehen. Weil der Rhein damals noch stark mäanderte und sich bei Hochwassern mitunter ein neues Bett grub, kam es immer wieder vor, dass Rheininseln plötzlich auf der anderen Seite der Grenze lagen, was natürlich Eigentumsstreitigkeiten auslöste. Dem wollte man durch eine neue, verbindliche Grenzfestlegung vorbeugen.
Zwischen 1817 und 1840 wurden dazu zwischen Basel und Karlsruhe 120 Grenzpunkte definiert und dann auch entsprechend eingemessen. Da sie aber häufig mitten im Wasser oder auf hochwassergefährdetem Gebiet lagen, war es erforderlich, weitere Steine auf elsässischer und badischer Seite zu setzen, die sogenannten Rhein- oder Rückmarken. Mit ihnen und den örtlichen Kirchtürmen war es dann jeweils möglich, die Grenzpunkte jederzeit zu rekonstruieren. Die erforderlichen Daten wurden bei jeder Gemeinde hinterlegt.

Was von den historischen Marken übrig ist
Die fast ein Vierteljahrhundert dauernde Grenzberichtigung hatte keinen allzu langen Bestand. Durch die Tullasche Rheinbegradigung, die bereits 1842 begann und 1876 abgeschlossen wurde, war fortan die Mitte des Stromes die Grenze zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Grenzsteine und Rheinmarken waren nun verzichtbar. Wo sie weggespült wurden, machte man sich keine Gedanken über Ersatz, und wo sie im Wege waren, machte man kurzen Prozess. Jedenfalls hat Otto Imgrund, der sowohl beim Schwarzwaldverein wie auch beim Weiler Verein für Heimatgeschichte aktiv ist, bei seinen im vergangenen Jahr begonnenen Recherchen nur einen Bruchteil der in alten Plänen dokumentierten Steine wiederfinden können.

Wie Otto Imgrund auf die Rheinmarken kam
Dass Imgrund überhaupt auf die Rheinmarken aufmerksam wurde, ist seinem Faible für GPS-Wanderungen zu verdanken. Die entwirft er selbst seit 2016. Premiere hatte er seinerzeit mit einer Stuhlwanderung, in deren Verlauf die Teilnehmer zu den bekannten überdimensionalen Stühlen im Weiler Stadtgebiet geführt wurden. Seither kamen weitere Themenwanderungen hinzu. So führt eine durch die Petite Camargue, eine andere stellt Imgrunds liebste Ruhebänke vor, die er am Feierabend gerne aufsucht.
In dieser Reihe hat Imgrund dann auch eine Grenzsteinwanderung entlang der deutsch-schweizerischen Grenze in vier Etappen vom Rheinufer in Friedlingen bis nach Grenzach-Wyhlen zusammengestellt, die an 218 Grenzsteinen vorbeiführt. Beim Grenzstein Nummer 1 in Friedlingen fiel ihm auf, dass es genau auf der anderen Seite des Rheins am Hüninger Ufer einen ähnlichen Stein gab. Der entpuppte sich dann aber bei näherem Hinsehen als Rheinmarke, die der Sicherung des Grenzsteins auf der deutschen Rheinseite diente. Von diesen Steinen hatte Imgrund noch nie zuvor gehört. Und schon stellte sich die Frage: „Wo stehen die nächsten?“

Wie kann man selbst zu den Rheinmarken radeln?
Otto Imgrunds Wanderungen und Radtouren sind sogenannte GPS-Wanderungen. Alles, was es dazu braucht, sie abzugehen oder nachzufahren, ist ein Smartphone. Man findet die Touren am einfachsten mit der Schwarzwald-App. Dort lässt sich eine Karte mit dem genauen Verlauf anzeigen, an dem man sich beim Radeln orientieren kann. Der „Rheinmarken Trail“, so heißt die Tour, ist gut 67 Kilometer lang, beginnt an der Dreiländerbrücke in Friedlingen und führt zunächst auf deutscher Seite bis nach Neuenburg. Dort wechselt man auf die elsässische Seite und fährt wieder rheinaufwärts bis nach Huningue. Fünf Stunden sind dafür veranschlagt, wobei das davon abhängen wird, wie intensiv man nach den Rheinmarken Ausschau hält.
Imgrund hat jedenfalls präzise Vorarbeit geleistet. Alle Grenzsteine und Rheinmarken, die noch auffindbar sind, hat er in der Karte hinterlegt und mit einer ausführlichen Beschreibung versehen. Auch Fotos von den Steinen fehlen nicht. Allerdings befinden sich nicht mehr alle Steine am ursprünglichen Ort. Im elsässischen Rosenau etwa war eine Rheinmarke einem Straßenausbau im Wege und steht seither in einem privaten Garten. Oder in Efringen-Kirchen ist eine von vieren im Museum gelandet.
Wenig zu sehen gibt es übrigens in Weil am Rhein. Außer dem Grenzstein Nr. 1 ist Imgrund bislang nicht fündig geworden. Knapp nördlich der Palmrainbrücke gibt es am vermuteten Standort der Rheinmarke Nr. 2 lediglich drei Holzpfähle, mit denen möglicherweise der frühere Standort markiert wurde. Mehr konnte Imgrund bislang aber nicht in Erfahrung bringen.
Wie auch immer: Der Rheinmarken Trail von Otto Imgrund verbindet auf originelle Weise die Freude am Radfahren mit der Begeisterung für die Lokalgeschichte. Und was die Heimatgeschichte anbelangt, empfiehlt Otto Imgrund einen Besuch im Kembser Museum „Maison du Patrimoine“ (Haus des Kulturerbes), das nicht nur die örtliche, sondern auch die regionale Geschichte im Blick hat. Geöffnet ist es jeden Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und am ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

Rheinmarken Trail
Der Rheinmarken Trail ist eine interaktive Radtour, die mit GPS-kompatiblen Plattformen wie der Schwarzwald App oder der Outdooracitive App angezeigt werden können. Eine Vorschau ist auch unter
mehr.bz/rheinmarken mit jedem Internet-Browser abrufbar. Beim Abfahren der Tour ist ein ständiger Internetzugang nicht erforderlich, da die Daten auch zuhause auf das Smartphone heruntergeladen werden können. Von Stein zu Stein 2

Mit dieser Rheinmarke am Hüninger Rheinufer fing alles an.

 

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